
Die Terrasse einer Freundin wurde viel zu wenig benutzt und sah nicht einladend aus. Vor einer Weile bot ich ihr an, dass wir uns gemeinsam Gedanken machen und diese umsetzen könnten, um den von Pflanzen umfriedeten Bereich wieder zu einem schönen Aufenthaltsort zu machen.
Oben ist der Zustand, wie er sich heute um 12:00 Uhr darstellte.
Klar war, dass der Efeu deutlich zurück geschnitten werden muss, die Kletterhortensie eine neue Form braucht und der wilde Wein weitgehend so bleiben kann, wie er ist. Die Weide und viele Unkräuter gehörten komplett entfernt. Der viel zu hohe und zu breite Kirschlorbeer durfte nicht angefasst werden, weil Haus und Grundstück gemietet sind und der Vermieter dafür zuständig ist.
Zwei Stunden später hatte ich dem Efeu eine „Ponyfrisur“ verpasst, sodass viel Material entfernt worden und eine Laube entstanden war. Die Efeutriebe am Boden band ich nach oben, um den vergreisten Bereich der alten Efeustämme zu kaschieren und zu begrünen. Unten wurden weitere Efeuranken auf dem Boden gekappt und die ganzen alten Blätter zusammen gefegt. Der zugewachsene Sonnenschirmständer kam zurück auf die Terrassenfläche, sodass an seiner Stelle eine kleine Sitznische entstand.
Aus dem Schuppen holten wir diverse Fundstücke wie eine alte Holzkiste, Zinkgießkannen und Co. Ich arrangierte sie neben einem blauen Rattanstuhl, der vorher vor dem Schuppen stand: Ein lauschiger Leseplatz in einer grünen Laube war plötzlich da!

Die angrenzende Hauswand musste unverändert bleiben, brauchte jedoch dringend eine Auflockerung. Aus drei Besenstielen hatte ich neulich eine Dekoleiter gebaut und grün gestrichen. Ich holte sie schnell von zu Hause und gab ihr hier einen neuen Platz: Zusammen mit einem Zinkeimer, der den Übergang zu den beiden Zinkkannen schafft und damit das Arrangement um die Leiter mit dem Leseplatz verbindet.
An die oberste Strebe knotete ich ein Küchensieb, darunter hängte ich ein Stück Sackleinen aus dem Schuppen auf und meine Freundin platzierte die Vase ihrer Oma dazu. In den Eimer kam ein knorriger Ast, der beim Rückschnitt angefallen und vor dem Kompost gerettet worden war.
Rund um den Sitzplatz schnitt ich die abgeblühte Tellerhortensie zurecht und kürzte Efeutriebe ein.
Entlang des gemauerten Rands legte ich die Steine am Boden wieder frei, sodass die Begrenzung der Terrasse unterhalb des wilden Weins gleich viel sauberer und bewusster gestaltet wirkte.
Nach dem umfassenden Aufräumen und Fegen brauchte die Sitzecke nur mittig wieder aufgestellt und der
Sonnenschirm aufgespannt werden. Ein breites Brett, das wir unter den Efeuranken fanden, lehnt jetzt an der Wand und verdeckt einen Außenwasserhahn. Ich schlug einen Nagel ein, hängte eine Vase hinein und stülpte einen alten Bilderrahmen darüber.
Ein Windlicht aus Holz, das ebenfalls aus irgendeiner Ecke des Grundstücks stammte, stellte ich daneben, damit die Holzbohle nicht völlig verloren und ohne Kontext an der Wand lehnt. Außerdem empfand ich ein optisches Gegengewicht zum Rahmen oben am Übergang nach unten zur gepflasterten Terrasse wichtig.
Für die Sitzecke sowie den Bilderrahmen an der Bohle band ich jeweils einen Blumenstrauß, und -zack!- nach 2,5 Stunden und ohne einen einzigen Cent auszugeben, ist die vernachlässigte Terrasse ein richtiger Höhepunkt neben dem Haus geworden!


