Anleitung Aquarellmalen mit Stiften: So geht Schummeln!

Willkommen zum Aquarellieren mit Schummeln!
Heute zeige ich, wie ein eigenes Kunstwerk mit minimalem Können entsteht. Benötigt werden dazu ein großer Stempel und Stempelkissen für das Motiv, Aquarellpapier und -stifte sowie ein Wasserbecher und ein feiner Pinsel.

Zuerst stempelte ich das Motiv in einem zarten Sandton auf, der sich nachher perfekt mit den aufgetragenen Farben verbindet und fast nicht mehr zu sehen sein wird. Das ist der größte Gewinn beim Schummeln: Nicht mit dem leeren Blatt anfangen zu müssen, sondern mit einem Motiv starten zu können, das drum herum genügend Raum für den eigenen Entwurf lässt! Ein Stempelmotiv auf das Papier bringen: Kannst du definitiv.
Als Start begann ich, die gestempelten Strukturen mit Aquarellstiften auszufüllen:
Erst die Blätter der Baumkrone, dann den Baumstamm, danach das Gras… Kleiner Tipp: Für die Blätter oben und das Gras unten verschiedene Grüntöne wählen, damit es spannender und realistischer wirkt. In diesem Beispiel verwendete ich für den Laubbaum gelbtonige Grüntöne wie Olive, für das Gras eher blautonige Stifte.
Das Gras trug ich mit zwei unterschiedlichen Grüntönen direkt als „Stoppel“ auf, um einen natürlichen Effekt zu kreieren. Für die Blätter malte ich mit eher runden Bewegungen, um auch hier die echte Struktur von Anfang an als Grundlage zu haben.
Für den Stamm wählte ich zwei helle Brauntöne und ein rötliches Terrakotta und zeichnete mit den drei Stiften die Linien des Stempels nach, damit der Baumstamm plastisch wirkt.
So weit kannst du das auch.

Dann feuchtete ich einen dünnen Pinsel an und verwischte einmal oben die Baumkrone und nach einem Auswaschen die blaustichigen Grüntöne unten im Gras. Die drei Brauntöne im Stamm verblendete ich sanft miteinander. Auch das schaffst du locker.

Als nächstes wurde es kurz schwierig, weil ich entscheiden musste, wie das Bild rund um das Stempelmotiv weitergehen sollte: Mit einer Kuhwiese, einem Dorf, einem Garten, einem Wald, einer Berglandschaft oder dem Meer? Ich wählte letzteres und zeichnete es ganz dünn mit Aquarellstiften vor.
Da du von der Skizze fast nichts siehst und daher fast nichts falsch machen kannst, gelingt dir das ebenfalls. Ansonsten gibt es Radiergummis, Wahnsinn!

Danach zeichnete ich die Strandlandschaft mit den Stiften und löste die Farbe in den einzelnen Bereichen nacheinander auf: Erst das Meer, dann die Dünen, dann die Baumkrone in ihrer endgültigen Form und so weiter.
Das schaffst du auch, da bin ich mir sicher!

Zum Schluss fehlten nur noch der Himmel als Hintergrund und ein paar Details: Das Kleid der Frau und ihre Haare malte ich jetzt erst, damit dieses Detail farblich zum Rest der Szene passte. Ein Kleidschn mit Stiften ausmalen kannst du auch, kein Ding!

Als Letztes malte ich noch eine Sonne und ihre Spiegelung auf dem Wasser.
Das Endergebnis ist keine museums-verdächtige Kunst, aber ein Aquarellbild, das du ebenso gut malen könntest!
Noch nicht überzeugt? (-;
Dann schau gerne bei meinen nächsten Kunsttreffen vorbei….

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