Ein Geständnis meinerseits:
In meiner Familie gibt es eine Schnuffeltuch-Sucht, die Generationen überspannt. Ich nannte im zarten Alter von einem Jahr mein Kuscheltuch „Tünti“, warum auch immer. Seitdem gibt es Familienmitglieder, die weit jenseits des Kleinkindalters nicht schlafen (oder verreisen…) können ohne „Tünti“. Ich schlafe seit dem frühen Schulalter
wunderbar ohne entsprechende Unterstützung, dafür kann ich seit ein paar Jahren nur noch eingeschränkt leben ohne selbstgenähte Sofadecke: Ich stand beruflich sehr unter Strom und sorgte intensiv für die seelische Stabilität von hochaltrigen Menschen. Leider sorgte sich niemand für mein mentales Gleichgewicht, wenn es mal wieder einen Suizid gab oder gewalttätige Ausrutscher von Menschen mit demenziellen Veränderungen. Damals nähte ich mir einen Deckenbezug, in den ich eine Fleecedecke steckte, die ich schon lange besaß, aber nicht mehr schön fand. Es gibt ein Beweisfoto aus dieser Zeit, wo ich nach Feierabend unter meiner Decke auf dem Second-Hand-Sessel zu Hause kollabierte.
Seit dem Kauf unserer Hausbaustelle kamen mehrere selbst genähte Decken dazu – nichts tröstet angesichts ungewisser Zukunft und explodierender Kosten so sehr, wie eine Kuscheldecke!
Nun nähte ich ein Set aus zwei Kissenhüllen und einem Deckenbezug für eine Freundin, die akut von einer familiären Krise betroffen ist. Leider kann ich ihr keine große Hilfe sein, aber für Gemütlichkeit sorgen, das schaffe ich! Natürlich kümmerte ich mich um Farben und Muster, die ihr gefallen, bevor ich mich an meine Nähmaschine setzte.
In diesem Sinne:
„fofftein“ bedeutet auch, sich mit einer persönlichen Decke Geborgenheit zu verschaffen. Oder Marie zu kontaktieren, dass sie für die olle Wolldecke ein neues Gewand nähen möge: Ressourcen schonend und Resilienz unterstützend, Kuscheldecke for President!
(Die nackte Wand und der rohe Estrich im Hintergrund meines Schaukelstuhls zeigen meine Realität…. aber verzage nicht, mein Herz, du kannst dich dank Nähkünsten ja einmuckeln!)

